Was ist das Altersvorsorgedepot?
Von Philipp Oelmann · Zuletzt geprüft:
Kurz gesagt
Staatlich gefördertes Wertpapierdepot für die private Altersvorsorge, das ab dem 1. Januar 2027 die Riester-Rente im Neugeschäft ablöst. Angelegt wird in Fonds und ETFs, ohne Pflicht zur Beitragsgarantie. Ausgezahlt wird frühestens ab 65.
So funktioniert es
Sie sparen jeden Monat in Fonds oder ETFs, und der Staat legt etwas dazu. Solange Sie einzahlen, zahlen Sie keine Steuern auf die Gewinne. Ab 65 bekommen Sie das Geld als monatliche Auszahlung zurück und versteuern es dann.
Das Altersvorsorgedepot löst ab dem 1. Januar 2027 die Riester-Rente im Neugeschäft ab. Der große Unterschied: Es gibt keine Pflicht mehr zur Beitragsgarantie. Ihr Geld kann also wirklich am Kapitalmarkt arbeiten, schwankt dafür aber auch.
Zwei Varianten
Das Standarddepot ist die einfache Variante: meist zwei vorgegebene Bausteine, Kosten höchstens 1,00 % im Jahr. Beim frei gestalteten Altersvorsorgedepot wählen Sie die Fonds selbst oder mit Beratung aus.
Für wen es sich lohnt
Besonders stark ist die Förderung bei kleinen Beiträgen und mit Kindern. Wer 150 € im Monat einzahlt, bekommt 540 € Grundzulage im Jahr, mit zwei Kindern sind es 1.140 €. Bei höherem Einkommen kommt eine Steuererstattung dazu.
Es passt aber nicht für jeden. Wer das Geld vor 65 sicher wieder braucht, ist mit einem normalen Depot flexibler. Und wer einen alten Riester-Vertrag mit hohem Garantiezins hat, sollte nicht vorschnell wechseln.
Was feststeht
- Start am 1. Januar 2027, keine neuen Riester-Verträge mehr ab 2027
- Grundzulage bis 540 € im Jahr, Kinderzulage bis 300 € je Kind, Startbonus 200 € unter 25
- Gefördert werden bis 1.800 € Eigenbeitrag im Jahr
- Auszahlung frühestens ab 65, versteuert wird im Alter
- Standarddepot mit höchstens 1,00 % Effektivkosten
Annahme & meine Einschätzung
- Für Sparer mit 20 Jahren oder mehr bis zur Rente halte ich das Depot für eine der besten geförderten Lösungen, die es je gab. Eine Garantie für die Rendite gibt es aber nicht.
Ihr nächster Schritt
Verwandte Begriffe
- StandarddepotEinfache Variante des Altersvorsorgedepots mit meist zwei vom Anbieter vorgegebenen Bausteinen (z. B. Aktien-ETF und Anleihen-ETF) und automatischer Umschichtung vor Rentenbeginn. Die Effektivkosten sind auf höchstens 1,0 % pro Jahr gedeckelt.
- GrundzulageStaatliche Zulage auf das Altersvorsorgedepot: 50 Cent je Euro auf die ersten 360 € Eigenbeitrag im Jahr und 25 Cent je Euro auf weitere 1.440 €. Maximal 540 € pro Jahr bei 1.800 € Eigenbeitrag (150 € im Monat).
- KinderzulageZusätzliche Zulage für jedes kindergeldberechtigte Kind: 1 € je eingezahltem Euro, höchstens 300 € pro Kind und Jahr. Die volle Kinderzulage gibt es also schon ab 25 € Eigenbeitrag im Monat.
- Nachgelagerte BesteuerungIn der Ansparphase bleiben Erträge steuerfrei, versteuert werden erst die Auszahlungen im Alter, mit dem dann meist niedrigeren persönlichen Steuersatz.
- AuszahlungsplanAuszahlung des angesparten Kapitals in Raten, beim Altersvorsorgedepot mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr. Der noch nicht ausgezahlte Teil bleibt investiert.
Noch eine Frage? Fragen Sie Claude.
Claude ist ein KI-Assistent. Ihre Frage wird mit dem Hinweis auf die Inhalte dieser Seite bei Claude geöffnet. Für Ihre persönliche Situation ersetzt das kein Gespräch.
Öffnet claude.ai (Anbieter: Anthropic) in einem neuen Fenster. Dort gelten die Datenschutzhinweise von Anthropic. Geben Sie keine persönlichen Daten ein. KI-Antworten können Fehler enthalten.
Quellen
- Bundesregierung: Private Altersvorsorge reformiert
- Deutsche Rentenversicherung: Altersvorsorgereformgesetz
- BMF-Monatsbericht Januar 2026: Neustart für die private Altersvorsorge
Allgemeine Information, keine individuelle Beratung. Grundlage ist das Altersvorsorgereformgesetz; Details können sich durch Verwaltungsvorgaben noch ändern.
